Ü-30-Schau: Ehemalige Münchner – Oldies but Goodies

In dieser Rubrik werden ehemalige Fahrzeuge vor allem der BF München vorgestellt, die nach ihrer Außerdienststellung andernorts weiter eingesetzt werden oder als Oldtimer irgendwo in Pflege sind oder als Museums-Exponate ihr Auskommen haben oder ganz andere Betätigungsfelder gefunden haben.


8 Die großen Vier: ZB 6/24 in München und Oberbayern, in Unterfranken, in der Oberpfalz und in Hessen
Die großen Vier: ZB 6/24 in München und Oberbayern, in Unterfranken, in der Oberpfalz und in Hessen
Vor fast fünfzig Jahren wurden bei der Berufsfeuerwehr München die beiden ersten von vier Zubringerlösch-Fahrzeugen ZB 6/24 in den Dienst gestellt: 1971. Die beiden anderen folgten 3 Jahre später: 1974. Nach jeweils etwa zwanzig Jahren bei der BF München fanden alle vier andernorts in Bayern eine neue Betätigung und sind alle vier auch heute noch – ihrem Alter entsprechend – in guter Verfassung, wie die folgenden Ausführungen und Bilder zeigen. Zunächst ein Blick auf ein paar Angaben zur Technik (Quelle: Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge. Band 2: Von den 60er Jahren bis heute. Arcos Verlag, Ergolding 1998, Seite 45):
Hersteller: Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Ulm
Typ: F Magirus 200 D 16 A
Motor: 8-Zylinder-Deutz-Diesel-V-Motor, luftgekühlt
Leistung: 200 PS (147 kW)
Baujahr: 1971 und 1974
Löschmittel: 5 500 Liter Wasser, 500 Liter Schaummittel (in Kunststoff-Behälter auf dem Aufbaudach)
Schaum-/Wasserwerfer auf dem Aufbaudach: Wurfweite Schaum etwa 50 Meter, Wasser etwa 65 Meter.

Foto 1 bis Foto 6: Das ZB 6/24 der Feuerwache 7 (Milbertshofen), Baujahr 1971, Kennzeichen M-2853, Betriebs-Nummer 41, im Dienst bei der BF München bis 1992. – Foto 1 (aufgenommen 1972): M-2853 vor der Hauptfeuerwache, Foto 2: Werfer-Demonstration am Tag der offenen Tür auf der Feuerwache 7 im Jahr 1979.

Foto 3 und Foto 4: Der Vergleich der beiden Aufnahmen aus den Jahren 1972 (Foto 3) und 1979 (Foto 4) zeigt, daß das Podium über dem Fahrerhausdach erst nach der Indienststellung angebracht wurde.

Foto 5 und Foto 6: Fahrerhausdach und Werfer aus der Nähe in Aufnahmen aus dem Jahr 1971 noch ohne Podium (Foto 5) und 1985, jetzt mit Podium (Foto 6).

Foto 7 und Foto 8: Das ZB 6/24 der Feuerwache 2 (Sendling), Baujahr 1971, Kennzeichen M-2860, Betriebs-Nummer 67, im Dienst bei der BF München bis 1991. Ansichten des Hecks und des Geräteraums Fahrerseite in Aufnahmen aus dem Jahr 1972.

Foto 9 und Foto 10: Das ZB 6/24 der Feuerwache 9 (Neuperlach), Baujahr 1974, Kennzeichen M-6564, Betriebs-Numer 15, im Dienst bei der BF München bis 1993. Aufnahmen aus den Jahren 1985 (Foto 9) und 1989 (Foto 10).

Foto 11 und Foto 12: Einsatz auch für das ZB der Feuerwache 9 am 22. Dezember 1992 in Pasing in der Planegger Straße (heute vermutlich Nr.) 60 bei der Papierfabrik Technocell (zuvor MD Papierfabrik Pasing Nicolaus & Co.; im allgemeinen Sprachgebrauch blieb es die „Pasinger Papierfabrik“). Die Zeitschrift Brandschutz berichtete über diesen Großbrand in ihrer Ausgabe 5/1993. (Die Papierfabrik ging 1994 in Konkurs; die Fabrikgebäude existieren heute nicht mehr.)

Foto 13: Eine Reminiszenz an die „Pasinger Papierfabrik“ findet sich im Feuerwehrhaus der FF Gräfelfing (Hinweis aus dem FWMM-Freundeskreis): Ein Hydrantenwagen hat den Brand von 1992 und den Konkurs 1994 überdauert. Der Schriftzug „IV. Comp.“ muß nach 1992 angebracht worden sein; Urheber und Absicht konnten nicht ermittelt werden. Ungeklärt ist auch, wie das Gefährt nach Gräfelfing kam. Sicher ist, daß es aus der Löschmaschinen-Fabrik D. Kirchmair & Sohn Nachf., München, stammt. Dies geht aus einem Kirchmair-Prospekt hervor; in dem ein Hydrantenwagen vom „Typ München“ abgebildet ist. – Foto 14: Dreißig Jahre nach einem Brand mit spektakulärem Rettungseinsatz durch einen Hubschrauber der US Army geriet das Heizkraftwerk München Sendling (im Zwickel zwischen Drygalski-Allee und Kistlerhofstraße) wieder in die Schlagzeilen: Explosion und Brand am 31. Dezember 1992. Im Foto: Bereitstellung der Fahrzeuge, darunter auch M-6564, in der Drygalski-Allee. Das Heizkraftwerk München Sendling wurde 1999 stillgelegt und der Gebäudekomplex später umgebaut; er beherbergt heute ein Geschäft für Wohn-Accessoires.

Foto 15 und Foto 16: Das ZB 6/24 der Feuerwache 6 (Pasing), Baujahr 1974, Kennzeichen M-14246, Betriebs-Numer 17, im Dienst bei der BF München bis 1993. Fotos von 2007. Kennzeichen M-14246 – fünfstellige Ziffernfolge, beginnend mit 14? Ungewöhnlich – und dennoch gab’s bei der BF München etliche verschiedene Fahrzeuge mit dieser besonderen Ziffern-Kombination. Hatte es damit irgend eine Bewandtnis? Nein; der Grund scheint eher banal gewesen zu sein. Das Kontingent der üblicherweise vierstelligen (Feuerwehr-)Behörden-Kennzeichen schien ausgeschöpft gewesen zu sein – so die Vermutung aus Kreisen der BF München –, als 1974 plötzlich 10 fabrikneue Löschgruppenfahrzeuge zugelassen werden sollten, die aus einem stornierten Export-Auftrag stammten (diese Fahrzeuge erlangten später einen gewissen Bekanntheitsgrad als „Korea-LF“; siehe dazu auch im oben genannten Bildband von H:-J. Profeld, Seite 214). Wohl in Absprache mit der Zulassungsstelle – so wird weiter vermutet – wurden den 10 LF jeweils die Ziffernkombination 14xxx zugeteilt und ein paar anderen Fahrzeugen gleich mit, die ebenfalls zur Zulassung anstanden, darunter eben auch das Pasinger ZB. Als dann zum Beispiel aufgrund von Fahrzeug-Aussonderungen wieder „alte“ Kennzeichen frei wurden, kehrte man zur bisherigen Praxis zurück. Und so blieb es, bis Anfang 2007 die Behördenkennzeichen abgeschafft wurden.

Foto 17 und Foto 18: Nach etwa 20 Jahren bei der BF München verbrachte der M-2853 etwa 25 Jahre in Unterfranken! Von Ende 1992 bis Ende 2002 bei der FF Waldaschaff, dort als TLF 24/50 mit dem Kennzeichen AB-2618. Aufnahmen von 1993 (Foto 17) und 1999 (Foto 19).

Foto 19 und Foto 20: Im Jahr 2002 wechselte das TLF 24/50 zur FF Schöllkrippen, behielt das Kennzeichen AB-2618 und blieb dort bis 2009. Die Fotos stammen aus dem Jahr 2006.

Foto 21 und Foto 22 (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der DS Smith Paper Deutschland GmbH, Aschaffenburg): Nach BF und FF folgte WF, nämlich die Werkfeuerwehr der Svenska Cellulosa Aktiebolaget (SCA) in Aschaffenburg, zu der das Fahrzeug im Jahr 2009 kam. Die SCA wurde 2012 von DS Smith Paper übernommen, bei der das frühere Münchner ZB bis Mitte 2017 blieb. Kennzeichen dort AB-TE 597. (Fotos aus dem Jahr 2013.) – Ein weiterer ehemaliger Münchner, ein Frontlenker-TroTLF, war bei der WF SCA im Einsatz, siehe auf dieser unserer Internet-Seite die Nr. 3 dieser Ü-30-Schau (Fotos11 und 12). – Foto 22: Fahrzeuge der Werkfeuerwehr der DS Smith Paper in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013. In diesem Foto ist links ein LF 8 zu sehen, das im Jahr 1991 für die Werkfeuerwehr der damals neu gebauten Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg (PWA, Vorgänger der SCA respektive der DS Smith Paper) beschafft wurde, ein Magirus-Vorführfahrzeug. Es wurde Mitte 2018 nach Ungarn vermittelt. (Quelle: DS Smith Paper Deutschland GmbH, Aschaffenburg.) Das Fahrzeug rechts (Baujahr 1994) kam 2007 aus Halle an der Saale zur FF Waldaschaff und 2013 zur WF DS Smith Paper.
Foto 17 bis Foto 22: Den Lebens-Abschnitt des ehemaligen Münchner ZB mit dem Kennzeichen M-2853 in Unterfranken faßt Joachim Hoos, Brandamtsrat, Stadt Aschaffenburg, und Feuerwehrkommandant der FF Waldaschaff, zusammen: „Das Fahrzeug wurde im Jahre 1992 … von der Gemeinde Waldaschaff gekauft, instandgesetzt (Getriebeschaden) und am 1. Dezember 1992 unter dem bekannten AB-Kennzeichen von der FF Waldaschaff in Dienst genommen. Dort wurde das ZB 6 als TLF 24/50 bis Ende 2002 im Einsatzdienst verwendet und dann durch ein neues TLF 24/48 ersetzt. Das Fahrzeug wurde aber nicht verkauft sondern der FF Schöllkrippen leihweise bis 2009 überlassen. Danach kam es ebenfalls leihweise an die WF der ehemaligen SCA Papierwerke (heute DS Smith Paper), wo es bis Mitte 2017 im Einsatzdienst verwendet wurde.“

Foto 23 und Foto 24: Das ehemalige ZB M-2853, zuletzt bei der WF Smith Paper im Einsatz, ist seit dem Jahr 2017 in Privatbesitz bei Thomas Hain in Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Die Fotos zeigen es im Jahr 2018. „Danach“, so schreibt Thomas Hain, „wurde das Fahrzeug abgemeldet, da das Getriebe im Zuge des vielen Herumschiebens im 5. Gang einen Defekt erlitten hat.“ Thomas Hain ist deshalb auf der Suche nach einem preisgünstigen und kompetenten Reparaturbetrieb für Getriebe. „Dann will ich“, so Thomas Hain weiter, „das Fahrzeug wieder zulassen.“ Das ZB 6 steht inzwischen zusammen mit Thomas Hains anderen historischen Fahrzeugen in der Halle. Vielleicht läßt sich ja anhand dieses Berichts ein geeigneter Reparaturbetrieb finden; Hinweise werden jederzeit und gern über unser Kontakt-Formular entgegengenommen und an Thomas Hain weitergeleitet.

Foto 25 und Foto 26: Das ehemalige M-2860 ist im Landkreis München geblieben, zunächst bei der FF Ottobrunn, jetzt mit dem Kennzeichen M-1367. In Ottobrunn wurde es eingesetzt bis zum Jahr 2006. Fotos aus den Jahren 2004 (Foto 25) und 2003 (Foto 26).

Foto 27 und Foto 28: Bis heute (Mitte 2020) ist das ehemalige M-2860 mit dem jetzigen Kennzeichen M-1367 im Einsatz, nämlich bei der FF Harthausen (Gemeinde Grasbrunn, Landkreis München). Die Fotos stammen aus dem Jahr 2017.

Foto 29 und Foto 30 aus dem Jahr 2005: Zwischen 1993 und Ende 2013 wurde das ehemalige M-6564 bei der FF der Stadt Furth im Wald eingesetzt (Oberpfalz, Landkreis Cham). Auch andere ehemalige Münchner Fahrzeuge waren und sind dort im Fuhrpark anzutreffen, siehe auf dieser unserer Internet-Seite die Nr. 5 der Ü-30-Schau (Fotos 14 bis 17: RW 3, Iveco und Ziegler), und die Nr. 7 der Ü-30-Schau (Fotos 3 und 4: Kdow, Mercedes G-Klasse).

Foto 31 und Foto 32: Seit 2014 (?) steht das ehemalige Münchner ZB mit dem damaligen Kennzeichen M-6564 im Feuerwehrmuseum Bayern in Waldkraiburg, wo die Aufnahmen im Jahr 2018 gemacht wurden.
Foto 33 und Foto 34: Seit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bei der BF wird das Pasinger ZB, Kennzeichen M-14246, von der Oldtimergruppe der Freiwilligen Feuerwehr München, Abteilung Harthof, erhalten. Fotos von 2010.

Ergänzende Hinweise zu den ZB 6/24 werden gern über unser Kontakt-Formular entgegengenommen.
Einige Modelle des ZB 6/24 sind zu finden in der Leistungsschau Nr. 41: BF München und FF Ottobrunn – Zubringer-Löschfahrzeuge ZB 6/24.

7 Mercedes-Benz, G-Klasse, BF München, sodann FF Furth im Wald
Ein Mercedes-Benz der G-Klasse bei der BF München und später bei der FF Furth im Wald
Zwischen 1987 und 2004 stand ein Mercedes-Benz der G-Klasse bei der Berufsfeuerwehr München unter anderem als Einsatzleitwagen (ELW) im Einsatz.
Fahrzeugtyp: Mercedes-Benz 300 GD, Baujahr 1987, 65 kW, Allradantrieb, Differenzialsperre, lackiert in Tagesleuchtfarbe, Kennzeichen M–6432, Betriebs-Nummer 263.
Chronologie: 1987 bis 1993 ELW 1 auf der Feuerwache 9 (Neuperlach) – Januar 1994 bis Februar 1996 ELW 1 an der Hauptfeuerwache – Februar 1996 bis Ende 1997 zweiter ELW an der Hauptfeuerwache, Austauschfahrzeug für den Inspektions-Dienst bzw. Notarzt-Einsatzfahrzeug (zur Oktoberfestzeit) – Ende 1997 bis Juni 2004 Verwendung weiterhin an der Hauprfeuerwache für den Direktionsstab und für den Einsatzleiter Rettungsdienst – Mitte Juni 2004 Aussonderung. Quelle: Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge von den sechziger Jahren bis heute. Arcos-Verlag, Ergolding 1998, Seite 166.

Foto 1: Der Mercedes G als ELW 1 auf der Feuerwache 9. – Foto 2: Das Fahrzeug war dann der Hauptfeuerwache zugeordnet; hier steht es auf dem Hof der Feuerwache 3. Das Foto stammt aus dem Jahr 1995.

Foto 3 und Foto 4: Bei der Freiwilligen Feuerwehr Furth im Wald ist der ehemalige M-6432 seit 2005 als Kommandowagen (KdoW) im Dienst. Er wurde dort umlackiert auf Feuerrot und ist heute noch (Anfang 2020) im Einsatz.

Der ELW der Mercedes-Benz G-Klasse der BF München als Modell
Unser Freund Martin hat diesen ELW als Modell in seinem Fuhrpark.

Foto 5 und Foto 6: Grundmodell (Maßstab 1:87) Wiking, lackiert in RAL 3024 und in Weiß, Decals eigene Anfertigung. Modell und Text: Martin Sigl, Fotos: Burkhard Dickehut.

Zwei weitere Mercedes der G-Klasse bei der Berufsfeuerwehr München

VorbilderFoto 7: Mercedes-Benz G 320, Betriebs-Nr. 270, Baujahr 2001, Kennzeichen M–2157, Hauptfeuerwache, ausgesondert 2007. Foto vermutlich aus dem Jahr 2004. – Foto 8: Mercedes-Benz G 320, Betriebs-Nr. 184, Baujahr 2001, Kennzeichen M–2137, Hauptfeuerwache 1, ausgesondert 2016. Foto aus dem Jahr 2011. – Der Verbleib der beiden G-Modelle des Baujahrs 2001 nach ihrer Aussonderung konnte leider nicht eruiert werden; Informationen darüber sind erwünscht und jederzeit willkommen über unser Kontakt-Formular.
Modell des M– 2157 – Unser Freund Martin hat sich auch dieses Vorbilds für seinen Modell-Fuhrpark angenommen.

Foto 9 und Foto 10: Modell (Maßstab 1:87) zusammengesetzt aus einem Herpa- und einem Wiking-Modell, lackiert und mit Original-Folie der BF München beklebt; Decals eigene Anfertigung. – Modell und Text: Martin Sigl, Fotos: Burkhard Dickehut.
Weitere Fotos von Vorbildern und Modellen der G-Klasse siehe in der Leistungsschau unter Nr. 39: BF München – Mercedes-Benz der G-Klasse als ELW.

6 Rüstwagen Umweltschutz der BF München nach gut 25 Jahren außer Dienst
Rüstwagen Umweltschutz (RW U) auf Fahrgestell von MAN mit Aufbau von Ziegler
Mit der Bezeichnung Rüstwagen Umweltschutz ist der Verwendungszweck eines solchen Fahrzeugs bereits hinreichend umrissen: Einsatz bei Schadensfällen mit gefährlichen Stoffen. Im Jahr 1992 stellte die Berufsfeuerwehr München zwei RW U in den Dienst. Sie wurden an den Wachen 3 (Westend) und 7 (Milbertshofen) stationiert. Bei Einsätzen begleitet wurde der RW U in der Regel von einem HLF der jeweiligen Feuerwache und bei Bedarf ergänzt durch weitere Lösch- oder Sonderfahrzeuge. Beide RW U wurden Ende des Jahres 2017 (oder Anfang 2018) ausgesondert. Anfang Juni 2018 standen beide Fahrzeuge bei einem Fahrzeughändler in Oberfranken zum Verkauf; mittlerweile (Mitte August 2018) hat sich das Angebot auf ein Exemplar reduziert, auf jenes der Wache 7.
Fahrgestell: MAN 19.302 FA
Leistung: 300 PS (220 kW)
Aufbau: Ziegler
Baujahr: 1992
in Dienst gestellt: 1992
außer Dienst genommen: Ende 2017 (oder Anfang 2018)
Ausrüstung und Beladung: Stromerzeuger, Hochdruckreiniger, Lichtmast, Hydrovac-Sauganlage (zur Aufnahme von zum Beispiel brennbaren, giftigen, ätzenden Flüssigkeiten), diverse Auffangbehälter, Pumpen, Schutzanzüge
Kennzeichen: M–6665 (Betriebsnummer 20), Wache 7 (Milbertshofen), und M–6970 (Betriebsnummer 100), Wache 3 (Westend), später Wache 2 (Sendling)
Lackierung: RAL 3024 mit grünem, umlaufendem Band (an der Oberkante mit feiner Linie in Weiß), später (ab etwa 1998) gelbes Band (in Annäherung an das damals eingeführte neue Design)
Quellen: Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge. Band 2: Von den 60er Jahren bis heute. Arcos Verlag, Ergolding 1998, Seite 181. Eigene Recherchen.


Foto 1: Rüstwagen Umweltschutz M–6665 in der Fahrzeughalle der Wache 7 (Milbertshofen). Grünes Band an Fahrerhaus und Aufbau (Front, Heck und Traversenkästen). Foto aus dem Jahr 1995. – Foto 2: M–6970 auf dem Hof der Feuerwache 3 (Westend). Foto aus dem Jahr 1995.

Foto 3: Rüstwagen Umweltschutz M–6665 (Wache 7) während eines Einsatzes. Inzwischen mit gelbem Band an Fahrerhaus und Aufbau. Foto aus dem Jahr 2013 – Foto 4: Der Rüstwagen Umweltschutz der Wache 7 (M– 6665) vor der Hauptfeuerwache (Foto: 2012).

Foto 5 und Foto 6: Ihre letzten Tage in München verbringen die beiden Rüstwagen auf einem städtischen Abstellgelände, fotografiert Mitte April 2018. – Foto 5: Links im Bild der ehemalige M-6970, rechts der M-6665. – Foto 6: Heck-Ansichten; links der ehemalige M-6665, rechts der ehemalige M-6970.

Foto 7: Die beiden Rüstwagen Umweltschutz kurze zeit später, Anfang Juni 2018, auf dem Gelände eines Fahrzeughändlers in Oberfranken – nach gut 25 Jahren in München im Dienst. Links (in Foto 5) der ehemalige M–6665, rechts 6970. – Foto 8: Ehemals Feuerwache 7 in München, danach Verkaufsgelände in Oberfranken.

Der Rüstwagen Umweltschutz als Modell

Foto 9 bis Foto 12: Modell im Maßstab 1:87. – Fahrerhaus und Fahrgestell: Herpa. – Geräte-Aufbau: Eigenbau aus Kunststoff-Platten, Kunststoff-Profilen und Neusilber-Riffelblech. – Decals: Reinhard Merlau Modellbau (RMM).
Modell und Text: Martin Sigl; Fotos © 2018 Burkhard Dickehut.

5 Rüstwagen RW 3 der BF München auf Fahrgestell von Iveco mit Aufbau von Ziegler
Rüstwagen RW 3 der BF München auf Fahrgestell von Iveco mit Aufbau von Ziegler
Einige der Mitte der 1980er Jahre bei der BF München in Dienst gestellten und etwa zwanzig Jahre später ausgesonderten Iveco-Ziegler-Rüstwagen erwiesen sich als langlebige Einsatzfahrzeuge – wenn auch andernorts. Der erste dieser RW 3 kam im Jahr 1984; bis 1986 wurden es insgesamt neun. Gebaut wurden sie exklusiv für die BF München, wobei in München erstmals die Kombination aus Iveco-Fahrgestell und Ziegler-Aufbau eingesetzt wurde – eine Kombination, die ansonsten extrem selten anzutreffen ist. Ein weiteres Novum war, daß die Geräteräume G1/G2 und G3/G4 bereits in tiefergezogener Bauweise ausgeführt wurden. Diese Bauform setzte sich erst später allgemein bei Löschfahrzeugen und Rüstwagen durch. Die Münchner RW 3 zeichneten sich des weiteren aus durch spezielle feuerwehrtechnische Einrichtungen (Zugvorrichtung mit Spill-Seilwinde, Generator, Lichtmast mit Flutlichtscheinwerfern) und Beladung (Spreizer, Schere, Geräte für Unfälle im U-Bahn-Bereich und bei Trambahnen, Greifzüge usw.). Am Heck wurden große orangefarbene Blitzer zur Warnung des Verkehrs angebracht (siehe zum Beispiel Foto 8 und 9), wie man sie von Fahrzeugen der Autobahnmeisterei bereits kannte. Bei der Feuerwehr soll es sich damals in München um eine Art Feldversuch gehandelt haben.
Fahrgestell: Iveco-Magirus 190-25 AHW (256 M 19 FAK)
Motor: 8-Zylinder-Diesel-Motor, luftgekühlt
Leistung: 256 PS (188 kW)
Antriebsart: Allradantrieb
Aufbau: Ziegler
Baujahre: 1984 bis 1986
Lackierung: Tagesleuchtrot RAL 3024
Quellen zu den Angaben oben und in den Bildunterschriften unten: Hinweise und Informationen aus dem Kreis der Freunde des Feuerwehr-Modellbau München, namentlich von Hans Putterer, Hans-Joachim Profeld (Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge. Band 2: Von den 60er Jahren bis heute. Arcos Verlag, Ergolding 1998, Seite 146–149), Dr. Jörg Bauer, Klaus Fischer, Oliver Hartenberger, Stefan Eschenbeck, Ulrich Dörschel und Werner Heeg.
Hinweis: Leider konnten zu zwei Münchner Rüstwagen keine Fotos und zu manch anderen keine erschöpfenden Angaben über den weiteren Verbleib nach Aussonderung bei der BF München in Erfahrung gebracht werden. Informationen zu den Fahrzeugen werden jederzeit gern und mit Dank über unser Kontakt-Formular entgegengenommen.

Extra-Foto: Im Auslieferungs-Zustand noch ohne Beschriftung und Zulassung und mit schwarzen Ziegler-Logos als Aufkleber – der erste Münchner Iveco-Ziegler-Rüstwagen, fotografiert im September 1984 auf der Feuerwache 9 in Neuperlach. – Foto 1: M–2285, Baujahr 1985, Feuerwache 7 (Milbertshofen), ausgesondert am 10. September 2002. Der weitere Verbleib ist nicht bekannt.

Foto 2: Vom M–2380, Baujahr 1985, Feuerwache 3 (Westend), konnte kein Foto beigebracht werden. Er wurde ausgesondert am 10. September 2002. Der weitere Verbleib ist nicht bekannt. – Foto 3: M–2414, Baujahr 1985, Feuerwache 6 (Pasing) und 9 (als Reserve), im Einsatz bei einer Trambahn-Entgleisung. Das Fahrzeug wurde am 6. September 2006 ausgesondert. Der weitere Verbleib ist nicht bekannt.

Foto 4: M–2425, Baujahr 1985, Feuerwache 5 (Ramersdorf), ausgesondert am 6. September 2006. Der weitere Verbleib ist nicht bekannt. – Foto 5: M–2472, Baujahr 1984, Feuerwache 4 (Schwabing, Nordendstraße) und 9 (Neuperlach), ausgesondert vor 2001. Der weitere Verbleib ist nicht bekannt.

Foto 6: M–2623, Baujahr 1984, Hauptfeuerwache. Dieser RW 3 wurde 1995 stillgelegt und ging 1999 an die FF Furth im Wald. – Foto 7: Der M–2692, Baujahr 1984, Feuerwache 6 (Pasing), kann mangels Foto hier leider nicht gezeigt werden. Das Fahrzeug wurde vor 2001 ausgesondert und danach bei der FF Waldmünchen eingesetzt.

Foto 8: M–2988, Baujahr 1984, Feuerwache 2 (Sendling), ausgesondert am 2. August 2006. Ob genau dieses Fahrzeug an die FF Burgau ging, konnte nicht geklärt werden. – Foto 9: M–6511, Baujahr 1986, Feuerwache 9 (Neuperlach), ausgesondert am 18. September 2003. Wurde vermutlich von der FF Waldaschaff übernommen und stand dort von 2006 bis 2011 im Dienst.

Foto 10: Seltenes Foto-Dokument: Zwei RW 3 gemeinsam im Einsatz: Sicherung eines verunglückten Linienbusses (links im Foto: M–6511 der Feuerwache 9). Am 20. September 1994 ereignete sich im Stadtteil Trudering ein tragisches Unglück. Während der Bauarbeiten an einer U-Bahn-Linie kam es zu einem Wassereinbruch, wobei sich unter der Straße ein Hohlraum gebildet hatte. Die Fahrbahndecke brach ein und ein Linienbus stürzte mit dem Heck voraus in die plötzlich entstandene Grube. Drei Menschen kamen ums Leben und 36 Menschen wurden verletzt, manche darunter auch schwer verletzt. Foto: Stefan Eschenbeck, München. Foto 11: Ausschnitt aus Foto10.

Foto 12 und Foto 13: Freiwillige Feuerwehr Burgau (Landkreis Günzburg). Möglicherweise der ehemalige M–2988.

Foto 14, 15, 16 und 17: Die Freiwillige Feuerwehr Furth im Wald (Landkreis Cham) setzt seit 1999 den ehemaligen M–2623 der Hauptfeuerwache ein.

Foto 18 und Foto 19: Ehemaliger Münchner RW 3 als Gerätekraftwagen beim Technischen Hilfswerk, Ortsverband Ludwigshafen, Dritte Bergungsgruppe. Nicht klar ist, welcher ehemalige RW aus München in Frage kommt und seit welchem Jahr das THW diesen GKW verwendet.

Foto 20, 21, 22 und 23: Freiwillige Feuerwehr Waldaschaff. Es könnte sich um den M–2414, wahrscheinlicher jedoch um den M–6511 handeln. „Dienstzeit“ in Waldaschaff: 2006 bis 2011.

Foto 24 und Foto 25: Freiwillige Feuerwehr Waldmünchen (Landkreis Cham), ehemals M–2692. Der Zeitraum, zu dem die FF Waldmünchen den ehemaligen Münchner verwendet hat, konnte nicht ermittelt werden.

Foto 26 und Foto 27: Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV). Welcher der Münchner RW nun als Hilfsfahrzeug bei der Würzburger Straßenbahn-GmbH (WSB) dient, ist nicht klar, ebenso das Jahr seiner Indienststellung bei der WSB.

Der Rüstwagen RW 3 als Modell
Einer der Münchner RW 3 gelangte nach Ludwigshafen und fährt dort beim THW als Gerätekraftwagen (siehe oben Foto 16 und 17). Herpa hatte Ende des Jahres 2009 ein Modell dieses GKW angekündigt (Artikel-Nummer 048507), das im März 2010 offenbar erschienen ist. Dem Feuerwehr-Modellbauer bleiben also entweder Umbau und Umlackierung des THW-Modells oder der Griff zum Gießharz-Aufbau, den es vom Kleinserienhersteller MEK einmal gab (Artikel-Nummer 33 a), oder gleich der Eigenbau (jeweils unter Verwendung eines Serien-Fahrerhauses). Das Einsatz-Fahrzeug-Magazin brachte zu letzerem in seiner Ausgabe Nr. 1 vom Februar/März 1987 (oder passenderweise kurz 1/87, Seite 30 bis 35) einen Baubericht mit Aufrißzeichnung (und Vorbild-Fotos von M–2692 und M–2988).
Nachtrag am 13. Juni 2018: Bei Herpa ist für den September/Oktober 2018 das Modell des Iveco-Ziegler annonciert. Wenn wir den Text der Ankündigung richtig verstanden haben, so wird es sich zum einen um ein Modell nach „aktuellem Vorbild eines Rüstwagens der Feuerwehr Furth im Wald“ (wie es in der Herpa-Vorschau heißt) handeln, zum anderen um ein nicht dekoriertes Modell als Mini-Kit. Beide Varianten werden offenbar in Rot gehalten sein. Wer’s originalgetreu haben will, wird wohl in RAL 3024 lackieren müssen. Die Fraktion der Nicht-Lackierer wird aber froh sein, endlich über ein Iveco-Ziegler-Modell in der passenden Farbe verfügen zu können. Nach-Nachtrag im Januar 2019: Der RW 3 nach Vorbild der Feuerwehr Furth im Wald (Herpa 093996) und der (oder auch: das) Mini-Kit (Herpa 013512) sind inzwischen erschienen.

Foto 28, 29, 30 und 31: Modell (Maßstab 1:87) des M–2472 von Martin Sigl. Fahrerhaus und Fahrgestell stammen von Herpa. Der Aufbau wurde selbst angefertigt aus Plastikplatten (Stärke 0,5 und 1,0 Millimeter) und diversen Kunststoff-Profilen. Modell und Text: Martin Sigl.

4 Löschgruppenfahrzeug LF 16 (Magirus-D-Frontlenker) der Feuerwehr-Oldtimer Hochfranken, ex BF München
Löschgruppenfahrzeug LF 16 – Das Original
In den Jahren 1975 und 1976 beschaffte die Berufsfeuerwehr München dreizehn LF 16 auf Magirus Frontlenker; das Fahrzeug mit dem Kennzeichen M–2432 stammt von 1975 und wurde der damaligen Feuerwache 4 in Schwabing zugeteilt. Das LF ist heute in Privatbesitz und wird von FOH (Feuerwehr-Oldtimer Hochfranken) als Oldtimer erhalten.
Fahrgestell: Magirus Deutz F 170 D 11 FA
Aufbau: Magirus
Baujahr: 1975
Erstzulassung: 18. Dezember 1975
Motor: Deutz 6-Zylinder-Diesel-V-Motor (F 6 L 413 V)
Leistung: 176 PS (129 kW)
Hubraum: 8600 cm³
Löschmittel: 800 Liter Wasser.
1975 bis 1988: Berufsfeuerwehr München, Feuerwache 4 (Schwabing), Funkrufname: Florian München 4.40.1
März 1988 bis November 1995: Freiwillige Feuerwehr München, Abteilung Harthof
1995 bis 2009: Freiwillige Feuerwehr Riedlingen (Stadtteil von Donauwörth), Kennzeichen DON–508; dort einige Änderungen am Aufbau
1. Mai 2009: Übernahme des Fahrzeugs durch Jörg Bauer (Kilometerstand 68 365 km) und Überführung nach Zell (im Fichtelgebirge) zur Unterbringung in einer dortigen Halle; erste Maßnahmen der Restaurierung zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. – August bis Anfang September 2009: Vorübergehend im aktiven Einsatzdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Münchberg (Kennzeichen HO–FF 9955) anstelle eines in Reparatur befindlichen Fahrzeugs. – 25. September 2009: Überführung nach Garching an der Alz in die damalige Vereinshalle des Historische Magirus-Feuerwehrtechnik e. V. – 2010: Weitere Arbeiten zur Restaurierung. – Februar 2011: Überführung ins Feuerwehrmuseum Bayern in Waldkraiburg. – 31. März 2014: Überführung wiederum nach Zell (im Fichtelgebirge). – 30. April 2014 bis 4. April 2015: Als Leihgabe beim Oldtimerclub Iveco-Magirus in Ulm. – 4. April 2015: Rücktransport nach Zell (im Fichtelgebirge). – 2016: Teilnahme am Zweiten Oberfränkischen Feuerwehr-Oldtimer-Treffen (Oberfränkisches Feuerwehrmuseum Schauenstein, 21. Mai 2016) und am Jubiläum zum 150jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr München („Firetage“-Parade, 29. Mai 2016).
Quelle: Feuerwehr-Oldtimer Hochfranken (FOH)
60.02.1 LF Abt. Harthof, Foto 1991 Norbert Steinle60.02.2 Abt Harthof mit LF, Foto vor 1990 Norbert Steinle
Foto 1: Das LF 16 (Kennzeichen M–2432) nach der BF nun bei der FF, Abteilung Harthof.
Foto 2: LF 8, LF 16 TS (Bund) und LF 16 am Gerätehaus der Abteilung Harthof.
60.02.7 Alarm April 1991, Foto Norbert Steinle60.02.8 Repa auf Fw 9, Foto 2016 Volker Bucher
Foto 3: Im Einsatz im April 1991: Die Abteilung Harthof der FF München mit ihrem LF 16.
Foto 4: Als Oldtimer-Liebhaber: Flex-ible Fertigkeiten sind immer gefragt.
60.02.3 Das LF der FOH im Jahr 2016, Foto Jörg Bauer60.02.4 Das LF der FOH im Jahr 2016, Foto Cha
Foto 5: Das LF 16 mit dem ehemaligen Kennzeichen M–2432 als Fahrzeug der FOH.
Foto 6: Der FOH on Tour mit seinem LF 16: Hier 2016 in München, Wache 9, Waldperlach.

Löschgruppenfahrzeug LF 16 – Die Modelle im Maßstab 1:87
Den „D-Zug des Jahres“ haben wir den Löschzug aus Magirus-D-Frontlenker-Modellen von Heico im Maßstab 1:87 genannt: Das war Ende 2015. Im Jahr 2016 kamen die Modelle in den Handel. Aber im Jahr 2017 hatte Heico bislang keine Neuheiten angekündigt. Der Zug scheint abgefahren zu sein, da von Heico wohl keine Modelle mehr erscheinen werden. Vor den Modellen von Heico gab es jene von Roco (produziert um das Jahr 1993) und von Wiking (produziert von etwa 1973 bis etwa 1982).
60.02.5 Modell des LF von Wiking60.02.6 Modelle des LF von Wiking, Roco und Heico
Foto 7: LF-16-Modell von Wiking: Seinerzeit das Pendant zum Original. (Modell: K.-H. Schuster.)
Foto 8: LF-16-Modelle von Wiking (wie gekauft), Roco (leicht gesupert), Heico (out of the box). (Modelle: K.-H. Schuster)
60.02.9 Modell des LF M-2432, Modell Jörg BauerOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Foto 9: Das LF 16 mit dem Kennzeichen M–2432 en miniature (Roco). (Modell: J. Bauer.)
Foto 10: Ein weiteres LF-Modell (Roco) auf Magirus Deutz F 170 D. (Modell: K.-H. Schuster.)

3 Magirus-D-Frontlenker, ehemals Feuerwehr München
Magirus-D-Frontlenker, ehemals Feuerwehr München
So mancher Magirus-D-Frontlenker (Magirus Deutz F 170 D 11 FA) der Feuerwehr München war oder ist nach seiner „Amtszeit“ in der Landeshauptstadt andernorts im Einsatzdienst (gewesen). Die Freunde der Feuerwehr-Oldtimer Hochfranken (FOH) verfügen selbst über ein solches LF (siehe den Beitrag hier in der Ü-30-Schau) sowie über ein Tro-TLF und haben darüber hinaus weitere Magirus-D-Frontlenker aufgespürt (Fotos und Informationen: Dr. Jörg Bauer, Münchberg). Leider konnten zu den im Bild präsentierten Fahrzeugen keine erschöpfenden Angaben über die damaligen Standorte in München, den Zeitpunkt der Außerdienststellung und so weiter in Erfahrung gebracht werden. Informationen zu den Fahrzeugen werden jederzeit gern und mit Dank entgegengenommen.

Foto 1 und Foto 2: LF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Dietramszell (Oberbayern, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Das Fahrzeug wurde im Juli 2006 als Spende an die FF Mittelramstadt (siehe unten) abgegeben. Kennzeichen bei der BF München: M–1493; stationiert auf der Wache 2 (Sendling); Baujahr 1976.

Foto 3 und Foto 4: LF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Haunshofen (Oberbayern, Landkreis Weilheim-Schongau). Das LF wird dort noch bis Sommer oder bis Ende 2018 im Einsatzdienst stehen. Ehemaliges Kennzeichen: M–1492; stationiert auf der Wache 5 (Ramersdorf); Baujahr 1976.

Foto 5 und Foto 6: Das LF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Mittelramstadt (Mittelfranken, Ortsteil von Leutershausen, Landkreis Ansbach), das im Juli 2006 als Spende von der FF Dietramszell (siehe oben) übernommen wurde. Es steht noch (Mitte Dezember 2017) im aktiven Dienst.

Foto 7 und Foto 8: LF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Wall (Oberbayern, Ortsteil von Warngau, Landkreis Miesbach). Inzwischen dort nicht mehr im Dienst. Kennzeichen bei der BF München: M–2546; stationiert bei der Feuerwehrschule, Wache 2 (Sendling); Baujahr 1975.

Foto 9 und Foto 10: TLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Bialka in Polen (Name des Fotografen leider nicht bekannt). Ehemals Freiwillige Feuerwehr München, Abteilung Perlach, Baujahr 1979, damaliges Kennzeichen: M–2344.

Foto 11 und Foto 12: TroTLF 16 der Werkfeuerwehr SCA in Aschaffenburg (SCA: Svenska Cellulosa Aktiebolaget, Hersteller von vor allem Papierprodukten; bis 1995 Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg, seit 2012 DS Smith Paper Deutschland). Zuvor bei der Freiwilligen Feuerwehr Waldaschaff eingesetzt. Kennzeichen bei der BF München: M–2940, Betriebsnummer 49, Baujahr 1978.

Foto 13 und Foto 14: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Eglfing, Landkreis Weilheim-Schongau; 2017 zu einem Wohnmobil umgebaut. Kennzeichen bei der BF München: M–164, stationiert an der Hauptfeuerwache, Baujahr 1977.
Hinweis zu den TroTLF auf den Fotos 13/14, 19/20, 21/22 sowie 23/24 bis 29/30: Die Typbezeichnung TroTLF ist nicht immer korrekt, da bei fast allen FF die Pulver-Löschanlage ausgebaut wurde.

Foto 15 und Foto 16: LF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Grammow, Landkreis Rostock, Baujahr 1976. Die FF Grammow wurde wohl inzwischen aufgelöst.

Foto 17 und Foto 18: LF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Nordendorf, Landkreis Augsburg, inzwischen dort nicht mehr im Einsatzdienst. Kennzeichen bei der BF München: M–1480, Baujahr 1976.

Foto 19 und Foto 20: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Parsberg, Ortsteil von Miesbach. Kennzeichen bei der BF München: M–186, stationiert an der Wache 2 (Sendling), Baujahr 1977.

Foto 21 und Foto 22: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Pietzing, Landkreis Rosenheim, Baujahr 1976.

Foto 23 und Foto 24: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Riesweiler, Rhein-Hunsrück-Kreis (Rheinland-Pfalz), inzwischen dort nicht mehr im Einsatzdienst. Baujahr 1978.

Foto 25 und Foto 26: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Röhrmoos, Landkreis Dachau, eingesetzt dort zwischen 1995 und 2006. Kennzeichen bei der BF München: M–179, Baujahr 1977.

Foto 27 und Foto 28: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Tiefenbach, Rhein-Hunsrück-Kreis (Rheinland-Pfalz), inzwischen dort nicht mehr im Einsatzdienst. Kennzeichen bei der BF München: M–2367, stationiert an der Wache 9 (Neuperlach), dann an der Feuerwehrschule (Wache 2, Sendling).

Foto 29 und Foto 30: TroTLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Warngau, Landkreis Miesbach, inzwischen dort nicht mehr im Einsatzdienst. Kennzeichen bei der BF München: M–2094, stationiert an der Wache 4 (Schwabing, Nordendstraße), Baujahr 1976.
2 Kranwagen KW 16 der BF München als Einsatz- und als Museumsfahrzeug
Kranwagen KW 16 – Das Original
Eines der markantesten Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr München ist der Kranwagen KW 16 auf Magirus-Eckhauber. Seine Tragfähigkeit liegt bei 16 Tonnen; weitere Spezifikationen in Stichworten: Spill-Seilwinde am Heck (maximale Zugkraft 15 Tonnen), Hilfsausleger, Zusatzausleger. In Dienst gestellt wurde der KW im Jahr 1965 (Betriebsnummer 117); sein damaliges Kennzeichen: M–2342. Bis zur Indienststellung des Gottwald-Teleskopkrans KW 20 im Jahr 1969 war der Magirus-Kranwagen auf der Feuerwache 2 stationiert, dann auf der Feuerwache 5 und ab 1976 auf der Feuerwache 7.
Fahrgestell: Magirus Deutz F 250 D 25 A („F Uranus A“)
Aufbau: Magirus
Leistung: 250 PS
Motor: Deutz 12-Zylinder-Diesel-V-Motor (F 12 L 614)
Traglast: 16 t
Baujahr: 1965
Erstzulassung: 1965
in Dienst gestellt: 1965
Feuerwache 2 (Sendling): 1965 bis 1969
Feuerwache 5 (Ramersdorf): 1969 bis 1976
Feuerwache 7 (Milbertshofen): 1976 bis 1989
außer Dienst genommen: 1989
Quellen: Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge. Band 2: Von den 60er Jahren bis heute. Arcos Verlag, Ergolding 1998, Seite 39. Klaus Lassen: Magirus-Kranwagen: Vom KW 12 bis zum KW 20. Verlag Podszun-Motorbücher, Brilon 2016. Eigene Recherchen (Ulrich Dörschel).
KW 16 A M-2342 (e)1.2 Aufn 1970 Ulrich60.03.01 KW 16 A M-2342 (a)4 Aufn 1972 Ulrich
Foto 1: Der Kranwagen auf dem Hof der Feuerwache 5 in Ramersdorf (1970).
Foto 2: Auf der Feuerwache 2 in Sendling (1972), wo sich auch die Feuerwehrschule befindet.
60.03.03 KW 16 B M-2342 (g0)1 Aufn 197960.03.04 KW 16 B M-2342 (f)1 Aufn 1981
Foto 3: Aufgenommen im Jahr 1979 auf der Feuerwache 7 in Milbertshofen.
Foto 4: Das Heck des Kranwagens in einer Aufnahme aus dem Jahr 1981.
60.03.05 KW 16 B M-2342 Aufn-198360.03.06 KW 16 B M-2342 (g2-4) Aufn 1984
Foto 5: Vor der Fahrzeughalle der Wache 7 mit SW 2000 Tr und ZB 6/24 (1983).
Foto 6: Der Steuerstand des Kranwagens, Feuerwache 7, aufgenommen 1984.
Zum Glück konnte der KW 16 etliche Jahre nach seiner aktiven Dienstzeit eines der besten Austragshäuser beziehen, das man als Feuerwehr-Fahrzeug haben kann: das Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Schwanthalerhöhe (Am Bavariapark 5, 80339 München). Dort ist er in Halle I (Thema: Stadtverkehr) ausgestellt und scheint wie eh und je seinen Dienst zu versehen: zum Beispiel Eingleisen einer Trambahn – siehe weitere Fotos des KW 16 als Exponat im Verkehrszentrum unter der Rubrik Museumsschau.
60.03.07 KW 16 C M-2432 (c) Aufn 201260.03.08 KW 16 C M-2342 (d)1 Aufn 2012
Foto 7 und Foto 8: Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Schwanthalerhöhe.

Kranwagen KW 16 – Die Modelle im Maßstab 1:87
Den Feuerwehr-Modellbauern stand jahr(zehnt)elang nur das Wiking-Modell als KW 15 in mehreren Versionen zur Verfügung (Fenster-Einsatz transparent blau oder klar, ohne oder mit Inneneinrichtung, Kotflügel schwarz oder weiß), die etwa während der 1980er Jahre und Anfang der 1990er Jahre produziert wurden. Das Modell hat über die Jahre hinweg seinen Charme bewahrt. Preiser stellte im April 2015 das Fertigmodell des KW 16 nach Münchner Vorbild (schwarze Kotflügel) vor; Fotos des Preiser-Modells siehe unter der Rubrik Umschau und dann die 10 Neuheiten-Schau … aufklappen. Auf den im Jahr 2016 von Preiser angekündigten Bausatz müssen die Modellbauer auch im Juni 2017 immer noch warten.
In der Rubrik Leistungsschau ist ein Modell-Diorama zu sehen, das den KW 16 in nachempfundener Aktion zeigt: 18 BF München – Einsatz für den KW 16 …
60.03.09 Modell Wiking schwarz60.03.10 Modell Wiking schwarz Manfred 2017
Foto 9: Der Kranwagen-Modell-Klassiker: das Modell von Wiking, 1980er-Jahre.
Foto 10: Das Wiking-Modell – eine hervorragende Basis für Verfeinerungen.
60.03.11 Modell Wiking weiß60.03.12 Modell Wiking weiß
Foto 11: Wiking mit weißen Kotflügeln; links etwas verfeinert, rechts direkt aus der Schachtel.
Foto 12: Der etwas verfeinerte Wiking-KW mit weißen Kotflügeln.
60.03.13 Modell Wiking schwarz Preiser Manfred 201760.03.14 Modell Wiking schwarz Preiser Manfred 2017
Foto 13: Preiser-Modell (links) und Wiking-Modell im unmittelbaren Vergleich.
Foto 14: Noch mal der Vergleich (Heckansicht): Wiking links und Preiser rechts.

1 Magirus-Rundhauber – Mannschaftswagen und Rüstwagen bei der BF München, Lastkraftwagen beim KatS in München
Der vom Mannschaftswagen zum Rüstwagen „Gas“ und dann zum Lastkraftwagen mutierte Rundhauber Mercur 120 dürfte das Alter von 30 Jahren nicht erreicht haben. Deshalb von hier aus der Verweis auf die Rubrik Leistungsschau: 19 BF München – Rundhauber-Mannschaftswagen …